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    Stampede XL-5 2WD - Erfahrungen, Upgrades und Modifikationen

    Hallo zusammen,

    ich möchte Euch von meinem Traxxas Stampede XL-5 berichten, den ich seit ca. 2 Jahren besitze (Modelljahr 2013), und Euch einen Überblick über die einzelnen Komponenten und die Modifikationen geben, die ich durchgeführt habe.
    Ich habe versucht ausführliche Erklärungen zu geben, damit auch Neueinsteiger etwas mit dem Bericht anfangen können, gerade weil ich glaube dass der Stampede für Neueinsteiger eigentlich der Monstertruck ist. Ich selbst musste mir als Neueinsteiger viel Wissen mühsam aus verschiedenen Quellen zusammensuchen, vielleicht erspare ich mit meinem Bericht anderen Neueinsteigern ein wenig Sucharbeit. Die „alten Hasen“ mögen mir verzeihen und großzügig über für sie uninteressante Passagen hinweglesen (in der Hoffnung, dass dann noch was Interessantes übrig bleibt :-))

    Kaufentscheidung
    Vorab ein paar Worte, wie es zu der Kaufentscheidung gekommen ist. Ich war zum Kaufzeitpunkt Besitzer eines Reely CR200 Crawlers (Bericht folgt später), mit dem ich sehr zufrieden war, wollte aber doch noch was zum bashen haben.

    Ich bin dann recht schnell beim Stampede gelandet. Die Vorteile lagen für mich auf der Hand
    • ausgereiftes und lange bewährtes Konzept (seit über 15 Jahren im Verkauf)
    • sehr gute Haltbarkeit der Komponenten
    • sehr gute Ersatz- und Tuningteilversorgung
    • einfacher und wartungsfreundlicher Aufbau
    • angemessener Straßenpreis (ca. 200 EUR)

    Für mich stellte sich dann nur noch die Frage, welche Version es sein sollte
    a) XL-5 2WD
    b) VXL 2WD
    c) VXL 4WD

    Hinweis: XL-5 4WD gab es damals noch nicht.

    Der Aufschlag für den VXL 2WD im Vergleich zum XL-5 2WD war mir zu hoch (damals ca. 130 EUR), um von brushed auf brushless zu kommen. Ein Upgrade auf 4WD war grundsätzlich schon interessant, aber auch hier war mir der Aufpreis zu heftig (ca. 200 EUR) und außerdem gefiel mir das Konzept mit der Kardanwelle nicht, die das Chassis durchstößt, um die Vorderräder anzutreiben (Einfallstor für Dreck und Steinchen). So wurde es also der XL-5.

    Allgemeine Beschreibung
    Beim Stampede XL-5 handelt es sich um einen Monstertruck mit Heckantrieb (2WD). Das Fahrzeug ist laut Hersteller spritzwassergeschützt.
    Der Stampede wird RTR (ready to run) geliefert, d.h. fertig aufgebaut. Fahrakku (NimH) und (einfaches) Ladegerät gehören bei den meisten Angeboten dazu, so dass zum Betrieb höchstens noch Sender-Akkus bzw. –Batterien fehlen (4 mal AA), die mittlerweile aber oft auch schon dabei sind.

    Ersatz-/Tuningteile
    Die Ersatzteilversorgung ist super. Es gibt sehr viel Händler, die Traxxas-Teile im Angebot haben, man kann jedes Teil einzeln bestellen (keine Bundles wie z.B. teilweise bei Reely), auf der Traxxas-Homepage es gibt gute Explosionszeichnungen, so dass man die (vierstellige) Teilenummer sehr einfach identifizieren kann. Die meisten Teile sind auch nicht besonders teuer.
    Tuning-Teile findet man ebenfalls sehr viele, bekannt und gut ist hier vor allem Pro-Line.

    Karosserie
    Die originale Karosserie finde ich optisch ganz okay, Lackierung ist nicht so häßlich wie bei manch anderer RTR-Karo (ich habe die schwarz/silberne Variante), Form ist auch okay. Traxxas liefert die Farben wohl einfach wahllos aus, so dass man oft nehmen muss, was man bekommt, es gibt aber auch paar Händler, bei denen man einen Farbwunsch angeben kann.

    S001 Karo au en Medium

    Die Karo ist allerdings im Bereich der hinteren Karo-Löcher sehr schnell eingerissen, obwohl ich sie schon von innen mit Shoe Goo und Glasfaserband verstärkt hatte. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Karo sehr stramm auf dem Original-Halter aufsitzt und man keine Scheibe von oben drauflegen kann, weil die Halter dafür zu kurz sind. Vorn habe ich das Problem gelöst, indem ich die Karohalter seitlich mit einem Cutter einfach weiter abgeschnitten habe, so dass die Karo weiter runter geht und ich unten und oben Nylon- und zusätzlich Moosgummi-Scheiben beilegen kann. Das ist jetzt nicht besonders schön ausgeführt, aber es erfüllt seinen Zweck und die Karo ist vorn noch nicht eingerissen.

    S003 Karohalter vorn Medium S004 Karohalter vorn Medium

    Hinten kann man den Karohalter aufgrund der abweichenden Bauform nicht auf diese Weise verändern. Da die Karo an den originalen Löchern einfach nicht mehr zu retten war, habe ich die gesamte Heckpartie von oben und unten mit einem Alublech verstärkt.

    S002 Karo innen Medium

    Dann habe ich zwei Karohalter aus 8mm Alu-Rundstab gefertigt (einfach an den Seiten etwas abfeilen, bis sie in die Originalaufnahme passen) und neue Löcher in die Ladefläche gebohrt.

    S005 Karohalter hinten Medium

    Auch hier erfüllt es seinen Zweck und ich kann die Karo noch weiter fahren, bis sie ganz durch ist. Natürlich möchte ich hier ich auch noch was „Schönes“ haben, das ist schon in Arbeit :-) (Bericht folgt später).

    Räder/Reifen
    Vom Werk aus sind Talon-Reifen auf 2.8 Traxxas All Star Chrom-Felgen verbaut. Die Reifen sind einigermaßen gute Allrounder und für den Anfang sicherlich ausreichend. Ich habe allerdings den Fehler gemacht, einen kleinen Bach zu durchfahren und danach waren Reifen mit Wasser voll :-( Das ist jetzt wegen der serienmäßigen Löcher in den Felgen auch keine Überraschung, aber das sind halt die Fehler, die man als Anfänger macht :-)

    Das Wasser bekommt man nur mit zwei Methoden wieder raus

    1. Reifen runterkochen, d.h. komplettes Rad in kochendes Wasser, dann löst sich der Kleber auf und man kann die Reifen von der Felge abnehmen und dann alles schön trocknen lassen. Danach wieder Reifen auf Felge verkleben.
    2. Löcher in die Lauffläche machen, so dass das Wasser während der Fahrt wieder heraus gedrückt wird. Am besten nicht bohren, da dann die Gefahr besteht, dass die Löcher weiter einreißen, sondern einen Lötkolben verwenden, damit die Löcher direkt verschmolzen werden.

    Ich habe mich für 2) entschieden. Ist auch optisch ganz schön, wenn das Wasser bei Vollgas in hohen Fontänen aus dem Reifen schießt :-)

    S006 Talon Medium

    Ich wollte dann aber doch noch eine andere Lösung bzw. Alternative haben. Hier gibt es zwei ganz klare Favoriten: Masher oder Trencher von Pro-Line (1192-00 bzw. 1170-00).

    S007 Masher Medium

    S008 Trencher Medium

    In den Foren kommen beide sehr gut weg. Ich habe mir die Masher zugelegt, weil sie mir optisch besser gefallen haben. Ich habe die Reifen auf Traxxas All Star 2.8-Felgen in chrom schwarz verklebt (vorn TRX-5576A, hinten TRX-3772A).

    Hier direkt schon mal der Hinweis, dass beim Stampede 2 WD – im Gegensatz zum 4WD - vorn und hinten unterschiedliche Felgen verbaut sind. Das liegt darin begründet, dass die vorderen Querlenker kürzer als die hinteren sind, d.h. das Fahrzeug ist vorn schmaler. Damit die Räder trotzdem in einer Linie stehen, werden vorn Felgen benötigt, die „weiter nach außen stehen“, also mehr Offset haben. Ich persönlich verstehe denn Sinn dieses Aufbaus nicht ganz und es ist auch ein wenig lästig, z.B. weil man die Räder nicht von vorn nach hinten tauschen kann. Pro-Line bietet mit dem ProTrac Supsension Kit (6062-00) eine Lösung, die ich demnächst mal ausprobieren werde (Bericht folgt später).

    Bei den Felgen habe ich vor dem Verkleben der Reifen die Löcher mit 2-Komponentenkleber von innen und außen versiegelt. Alternativ kann man auch Panzertape verwenden, das hat sich allerdings früher bei einer Felge nach einer gewissen Zeit schon einmal gelöst, so dass ich auf den Kleber umgestiegen bin. Somit kann kein Wasser mehr in die Felgen eindringen. Natürlich geht etwas „Federung“ verloren, weil der Reifen nun nicht mehr atmen kann, ich merke aber ehrlich gesagt beim Fahren keine Nachteile. Ist ja schließlich auch kein Crawler :-)

    Aktuelle Bilder von den Masher habe ich nicht, denn ich bin gerade dabei die Reifen runter zu kochen, zu säubern und komplett neu zu verkleben, da sich nach knapp zwei Jahren an wenigen Stellen der Kleber gelöst hatte. In dem Zuge versuche ich auch gerade, die Felgen zu „entchromen“. Bericht und Fotos folgen, sobald ich damit fertig bin.

    Und dann habe ich mir noch Pro-Line Sand Paw (1186-00), damit man auch mal im Schnee fahren kann. Schnee war bis jetzt leider noch nicht, aber im Sand sind die Reifen auch ganz witzig :-)

    S010 SandPaw Medium

    Frontrammer
    Der originale Frontrammer ist nicht mehr als ein schlechter Witz (viel zu klein und zu nah am Chassis). Durch Recherche bin ich auf die Idee gekommen, den Frontrammer vom Traxxas Slash zu verwenden (TRX-5835). Mit leichten Modifikationen passt der ganz gut. Ich habe dazu drei neue Löcher in das Chassis gebohrt. Die mittlere Schraube ist von unten mit einer Stoppmutter gesichert, die beiden äußeren Schrauben sind im Chassis verschraubt (das Loch einfach 0,5 mm kleiner als den Schraubendurchmesser bohren und dann die Schraube reindrehen) .

    S011 Frontrammer Medium

    S012 Frontrammer Medium

    Der Rammer ist viel breiter und steht vor den Reifen, so dass die Schutzwirkung wirklich super ist. Der Rammer hat schon ein paar echt üble Einschläge hinter sich, die er klaglos weggesteckt hat :--)

    Heckrammer und Wheelie-Bar
    Zum Lieferumfang gehörte damals keine Wheelie-Bar. Es gibt zwar eine Wheelie-Bar von Traxxas, die hat man wohl aus Kostengründen aber nicht beigelegt. Da das Auto recht „Wheelie-freudig“ ist (auch schon mit NiMHs), ist eine Wheelie-Bar sehr sinnvoll.

    Die Traxxas-Wheelie-Bar gefiel mir nicht besonders gut. Sie ist zwar verstellbar, muss aber – wie man so liest - zusätzlich fixiert werden (z.B. mit einem Kabelbinder), weil sie sonst häufiger „zusammenklappt“. Man liest auch von Totalschäden nach Landungen auf der Wheelie-Bar.

    Deswegen habe ich mich nach Alternativen umgesehen und bin bei T-Bone Racing gelandet. T-Bone bietet einen Heckrammer (62036 - TBR NM2 Rear Bumper) mit passender Wheelie-Bar an (bei der Wheelie Bar hat sich die Teile-Nummer geändert, die Bestellnummer von vor ca. 2 Jahren gibt es nicht mehr, von der Optik und vom beschreibenden Text her sollte 96018 richtig sein, aber vor einer evtl. Bestellung am besten noch einmal bei TBR nachfragen, die sind sehr freundlich und hilfsbereit).

    Die Teile passen sehr gut an den Stampede und vor allem sind sie extrem robust (lebenslange Garantie!). Der Bumper wird an vier originalen Chassis-Löchern fixiert (natürlich mit etwas längeren Schrauben). Bis zum Chassis-Ende ist da noch einiges an Platz, da haben sich im Betrieb häufiger mal Dreck und kleine Steinchen zwischen Chassis und Bumper festgesetzt. Deswegen habe ich am Ende des Chassis noch zwei weitere Löcher gebohrt und den Bumper dort auch noch einmal verschraubt.

    S013 Heckrammer Medium

    S014 Heckrammer Medium

    ja, ich weiß, die zwei neuen Löchern sind nicht in einer Linie, da habe ich beim Bohren nicht aufgepasst, aber beim Fahren sieht das ja keiner :-)

    Nebenbei: ich sehe auch gerade, das TBR jetzt einen Servo Guard anbietet (62050), sieht eigentlich auch recht interessant aus, kann man aber sicherlich auch selbst aus Thermoplastischem Kunststoff anfertigen, mal schauen, ob ich das demnächst mal ausprobiere ...

    Fahrwerk/Chassis
    Wirklich schlecht (anders kann ich es nicht sagen) ist, dass von Werk aus an den Radachsen nur Gleitlager verbaut sind. Hier hat Traxxas wirklich am falschen Ende gespart. Soweit ich es sehe, wurde das auch bei den neueren Modellen noch nicht geändert.

    S015 Gleitlager Medium 1

    Ich habe das auf jeden Fall noch vor der ersten Fahrt vorn und hinten direkt Kugellager eingebaut. Benötigt werden 8 Stück der Größe 11x5x4. Der Tausch ist zum Glück schnell gemacht und die Kugellager gibt’s in der Bucht im Zehner-Pack für ca. 10 EUR. Kleiner Tipp: wer viel im Nassen fährt sollte ggf. direkt ein paar mehr bestellen, denn die Lager rosten trotz Abdichtung irgendwann schon, zumindest die günstigen; teure habe ich noch nicht probiert.

    S016 Gleitlager Medium

    Von Werk aus sind teilweise graue Komponenten verbaut (Federn, Chassis, Querlenkerstangen,... ). Traxxas umschreibt dies mit „Performance Parts“, wobei ich nicht glaube, dass die grauen Teile den schwarzen technisch überlegen sind :-) Vor allem aus optischen Gründen habe ich mich entschieden, die grauen Teile gegen schwarze auszutauschen. Ich habe vor allem Original-Traxxas-Teile verwendet, die es neben grau auch in schwarz gibt. Bei den Querlenkerstangen habe ich bei der Gelegenheit Tuning-Teile von RPM verbaut (RPM-81262), nicht dass ich vorher Probleme mit den Traxxas-Teilen gehabt hätte, aber die Querlenkerstangen waren halt schwarz und auch nicht teurer. Ein wirklich sinnvolles Upgrade ist der Getriebedeckel von RPM (RPM-80522). Der originale Deckel ist unten offen, der RPM-Deckel ist unten zu und schützt das Hauptzahnrad somit besser.

    Die vom Werk verbauten Ultra Dämpfer sind meiner Ansicht nach absolut in Ordnung. Natürlich kann man auch hier ein paar Upgrades durchführen, aber auch da bin ich „mitten in der Arbeit“, so dass der Bericht später nachfolgt.

    Insgesamt liegt der Schwerpunkt des Fahrzeugs recht hoch, d.h. das Fahrzeug ist recht kippanfällig. Dies muss man in Kurven mit Grip berücksichtigen, denn sonst liegt der Wagen schnell auf dem Dach bzw. überschlägt sich. Mit ein bißchen Übung kann man daraus aber auch ganz gute Manöver machen (z.B. Fahren auf zwei Rädern und zwar auf den seitlichen Rädern und nicht den Hinterrädern :-).

    Der Einbau der zuvor bereits erwähnten ProTrac-Kits sowie die geplanten Änderungen der Dämpfer werden die Kippanfälligkeit wahrscheinlich ein wenig reduzieren, ich berichte dann später noch davon.

    Schrauben
    Weil das Auto beim Fahren häufiger mal nass wird, haben einige Schrauben Flugrost angesetzt. Das ist vor allem ein optisches Problem, kann aber auch mal dazu führen, dass man die Schraube beim Rausdrehen nicht mehr sauber "zu packen" bekommt. Um dem Thema aus dem Weg zu gehen, habe ich die meisten Schrauben gegen Edelstahl-Schrauben ausgetauscht. Es gibt komplette Sets, in denen nahezu alle benötigten Schrauben enthalten sind (bis auf Sonderformen wie z.B. die obere Aufhängung der Stoßdämpfer). Natürlich ist Edelstahl etwas weicher als Stahl, aber ich hatte bisher keine Probleme mit verbogenen, gerissenen oder „rund gedrehten“ Schrauben. Dafür gibt’s keinen Rost mehr.

    Ansonsten ist Schraubensicherung bei RC-Autos immer ein Thema. Das betrifft aber in erster Linie Schrauben, die in Metall verschraubt sind. Diese müssen unbedingt mit Schraubensicherungslack gesichert werden (z.B. Loctite 243). Beim Stampede fällt mir spontan nur das Ritzel auf der Motorwelle ein. Bei meinem Wagen war das Ritzel aber bereits gesichert.

    Bei den Schrauben in Kunststoff lösen sich bei meinem Pede so einige, typischerweise die obere Aufhängung der Dämpfer sowie die Befestigung der Querlenker. Hier kontrolliere ich regelmäßig und ziehe die Schrauben wieder an, auch in Fahrtpausen, damit man unterwegs keine bösen Überraschungen erlebt.

    Motor
    Es ist ein Titan 12T verbaut. Es handelt sich um einen Bürstenmotor (brushed). Man liest häufiger, dass der Motor nicht besonders haltbar ist. Bei mir ist er in zwei Jahren nicht kaputt gegangen und ich kann nicht behaupten, dass ich den Motor geschont hätte :-)

    Servo
    Es ist ein spritzwassergeschützter Lenk-Servo mit 6 kg Stellkraft montiert. Das ist nicht besonders viel, aber es reicht zum Betrieb des Fahrzeugs vollkommen aus. Die meiste Zeit sind die Räder eh in der Luft : -).

    Haltbarkeit ist auch in Ordnung, zumindest fahre ich noch mit dem ersten Servo :-)

    Sender/Empfänger
    Die Funke kommt optisch sehr modern daher. Im Modelljahr 2013 gab es bereits einen 2,4 GHz-Sender, so dass es auch keine Reichweitenprobleme oder Interferenzen mit anderen Sendern gibt. Die Funke benötigt nur 4 Batterien/Akkus und ist somit nicht so schwer. Gashebel und Lenkrad sind leichtgängig und haben genügend Weg. Der Sender hat nur 2 Kanäle (Gas, Lenkung) und nur einen Einstellknopf um den Geradeauslauf einzustellen (Neutralstellung Lenkservo).

    Die Antenne des Empfängers ist von Werk aus so lang, dass sie als hässliches Antennenröhrchen durch das Dach nach außen ragt. Bei 2,4 GHz-Sender ist dies gar nicht erforderlich, die Empfangsleistung ist vollkommen ausreichend, wenn die Antenne unterhalb der Karo bleibt. Da das Empfangsteil am Ende des Empfänger-Kabels sitzt, darf man das Kabel aber nicht einfach abschneiden. Ich habe das Antennenröhrchen soweit gekürzt, dass es nicht mehr aus dem Dach rausragt und dann die Antenne wieder in das Röhrchen geschoben. Die überflüssige Länge des Empfänger-Kabels habe ich in der Empfänger Box verstaut.

    S017 Antenne Medium

    Der Empfänger hat 4 Kanäle und sitzt in einer wasserdichten Empfängerbox. Die Box ist wirklich dicht, ich habe schon sehr nasse Fahrten hinter mir und bis jetzt ist kein Wasser eingedrungen. Ich habe von Zeit zu Zeit das Fett in der Durchführung erneuert. Ob das nötig gewesen wäre, kann ich nicht beurteilen, aber ich musste zu den Zeiten die Box ohnehin öffnen.

    Einen freien Kanal bzw. Steckplatz habe ich genutzt, um die LED-Beleuchtung anzuschließen. Dazu habe ich eine Verlängerung in den Empfänger gesteckt, damit ich nicht jedes Mal die Empfängerbox aufschrauben muss, wenn ich die Beleuchtung anschließen möchte. Die Verlängerung habe ich von außen mit Klett an der Box befestigt, damit sie gut verstaut ist, wenn ich eine Karo ohne LED-Beleuchtung nutze.
    Geändert von Rockracer (05.01.2016 um 14:57 Uhr)
    Thunder Tiger MT4 G3, Traxxas Stampede XL-5, Gmade R1, Reely Rock Crawler CR200, Basher Rocksta

  2. #2
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    AW: Stampede XL-5 2WD - Erfahrungen, Upgrades und Modifikationen

    Regler

    Der XL-5 Regler kann mit NimH-Akkus (4-7 Zellen) sowie Lipos (2s) umgehen, d.h. er hat eine Lipo-Abschaltung (LVC = Low Voltage Cutoff). Bei älteren Modellen muss man aufpassen, denn die hatten noch keine Lipo-Abschaltung. Man kann die Betriebsart des Reglers (NimH/Lipo) über den Ein-/Ausschalter einfach umstellen. Außerdem kann man über den Schalter den Fahrmodus verändern:
    a) Normalmodus
    b) Rennmodus (nur vorwärts und Bremse, kein rückwärts)
    c) Trainingsmodus (nur 50 % Kraft)

    Der Trainingsmodus ist vor allem interessant, wenn mal Kinder mit dem Auto fahren wollen, mein Sohn hat so mit 4 Jahren das Fahren gelernt und gibt mittlerweile mit 6 Jahren im Normalmodus so richtig Gas :-)
    Der Regler ist spritzwassergeschützt bzw. meines Erachtens sogar wasserdicht vergossen. Der Regler hat keinen Lüfter, sondern einen Kühlkörper. Das macht in noch weniger anfällig für Nässe und mechanische Defekte. Die Kühlung funktioniert gut, der Regler wird kaum wärmer als „handwarm“.

    Der Regler verfügt über ein internes BEC (Battery Eliminating Circuit) mit 6V und 1A. Das BEC versorgt den Empfänger und den Akku mit Strom in der richtigen Spannung. Eine direkte Versorgung aus dem Fahrakku hätte zu viel Spannung für die Komponenten. Für die Belastungen in der Originalkonfiguration ist das BEC mit 1A ausreichend dimensioniert. Erst wenn man einen stärkeren Servo verbauen würde – wofür ich keinen Grund sehe – dann könnte ein externes BEC mit mehr Ampere notwendig werden.

    Akku

    Ich habe das Fahrzeug anfangs mit dem mitgelieferten NiMH-Akku betrieben (7 Zellen, 8,4 Volt). Für einen Fahranfänger ist die Fahrleistung meines Erachtens vollkommen ausreichend. Da braucht man schon ein bißchen, bis man das sicher beherrscht.

    Ein großer Nachteil ist der kontinuierliche Spannungs- und Leistungsabfall, der sich beim Fahren mit NiMH-Akkus zeigt. Die ersten 5 Minuten hat man volle Power und dann lässt es immer mehr nach, bis man auf „Schleichfahrt“ ist. Vorteil ist, dass man die Akkus – im Gegensatz zu Lipos - voll geladen lagern kann und höchstens nur noch kurz nachladen muss, wenn man los möchte.

    Der Leistungsabfall war dann der Hauptgrund auf Lipos umzusteigen. Ich habe mich mit dem Turnigy nanotec 5800mAh für eine billige Variante entschieden. Das ist ein Hardcase Akku mit abnehmbaren Anschlusskabeln. Das hat den Vorteil, dass man den Akku mit unterschiedlichen Steckern betreiben kann. Ich habe ihn zunächst mit dem Traxxas-Stecker verwendet und nutze ihn nun – nach dem brushless-Umbau – mit XT60-Steckern.

    S018 Akku Medium

    Die Maximal-Leistung steigt ein bißchen ggü. NiMH, der gewaltige Unterschied ist aber der nahezu konstante Leistungsverlauf. Nur ganz am Ende kann man ein ganz leichtes Nachlassen der Leistung spüren, aber das ist nur minimal und ganz kurz (so ca. ein bis zwei Minuten vor Abschaltung durch den Regler). Dafür hat man davor für 20 – 30 Minuten volle Power :-)
    Natürlich muss man aufpassen, dass man die Lipos nicht zu tief entlädt. Der XL-5-Regler hat eine Lipo-Abschaltung, die auch recht gut funktioniert.

    Später ist dann noch ein SLS dazu gekommen.

    S019 Akku Medium

    Viele schimpfen ja auf Turnigy und loben SLS. Ich kann beim Fahren ehrlich gesagt keinen Unterschied zwischen den beiden Akkus erkennen. Weder in Leistung, noch in Kapazität oder Haltbarkeit (gemessen habe ich es natürlich nicht). Vielleicht habe ich mit meinem Turnigy einfach nur Glück gehabt...

    Haltbarkeit der Komponenten

    Hier möchte ich noch einmal einen Überblick geben, was in zwei Jahren recht intensiven Betriebs an Schäden zusammengekommen ist.
    • 1 Servosaver (TRX-1844)
    • 1 Lenkhebelhalter (TRX-3632) (Vollgas gegen einen Laternenmast)
    • 3 Slipperwellen (TRX-3793) (Hauptursache waren abrupte Wechsel von Rückwärtsfahrt zu Vorwärtsfahrt, wenn die Kinder am Steuer waren)
    • 2 Hauptzahnräder (TRX-4690) (Zahnfraß, weil sich einmal der Motor bei einem sehr harten Einschlag verschoben hat und einmal ebenfalls nach einem harten Einschlag der hintere Karohalter die Getriebeabdeckung auf das Zahnrad gedrückt hat)
    • mehrere Karos :-)

    Ich finde, dass dies eine recht übersichtliche Liste ist. Man sieht aber auch eine Schwachstelle, nämlich die Slipperwellen. Hier lohnt es sich meines Erachtens ein paar auf Lager zu haben.

    S020 Slipperwelle Medium

    Hier ist der kleine Federdrahtstift am Ende gebrochen. Den Federdrahtstift gibt es nicht einzeln, d.h. man muss die komplette Welle kaufen. Weil es die aber schon für ca. 2,50 EUR gibt, ist das nicht wirklich ein Problem. Ich habe mir trotzdem mal 1,5 mm Federdraht in der Bucht besorgt. Der ist leider ein wenig zu dünn. Ich habe ihn mit Loctite hochfest gesichert und bin mal gespannt, ob es so klappt. Unabhängig davon, wie man sich ein Ersatzteil beschafft, sind die Kosten natürlich zu vernachlässigen. Viel ärgerlicher ist, dass man zum Austausch der Welle den halben Hinterwagen auseinander nehmen muss. Das dauert zwar auch nicht ewig, aber wenn man gerade zum bashen unterwegs ist, ist das auch nicht mal eben gemacht.

    Die Schäden sind übrigens alle vor der Umrüstung auf brushless entstanden, also auch der Bruch der Slipperwellen. Nach der Umrüstung dürfte dieses Teil noch etwas mehr gefährdet sein, obwohl es bis jetzt gut gegangen ist. Man liest bei den brushless-Modellen auch viel von gebrochenen Antriebswellen; bei mir war das bisher kein Thema.

    Insgesamt kann man dem Stampede aus meiner Sicht eine sehr gute Haltbarkeit bescheinigen.

    Alu-Tuning

    Beim Ersatz des Lenkhebelhalters habe ich mich übrigens für ein Alu-Teil entschieden (Bild siehe weiter oben). Ein generelles Aufrüsten des Stampede zu einem Alu-Monster halte ich persönlich jedoch nicht für sinnvoll. Alu hat zwar den Vorteil stabiler als Kunststoff zu sein, aber genau da liegt auch der Nachteil: die Kräfte werden entweder an das nächste schwächere Teil weitergegeben, was dann seinerseits bricht. Da muss man gut überlegen, ob dieses Teil dann billiger und/oder leichter zu tauschen ist als das Teil, was man durch ein Alu-Teil ersetzt hat. Oder das Alu-Teil selbst bricht oder verbiegt sich (was auf’s gleiche rauskommt, weil man es nicht ohne Bruch zurück biegen kann). Kunststoff kann hier die Kräfte viel flexibler aufnehmen und die Aufprall-Energie besser absorbieren.

    Es gibt z.B. auch Wheelie-Bars aus Alu, aber man liest recht häufig, dass diese sich nach harten Einschlägen verbiegen und dann Schrott sind. Hier würde ich immer zu einer Wheelie-Bar aus Kunststoff greifen. Wie bereits erwähnt gibt T-Bone Racing eine lebenslange Garantie auf den Bumper mit WheelieBar, so etwas habe ich für eine Alu-WheelieBar noch nicht gesehen und ich denke die Erklärung liegt auf der Hand.

    Ohnehin würde ich Alu-Teile nicht von vornherein einbauen, sondern nur dann, wenn etwas kaputt geht. Dann kann man sich für jedes defekte Teil einzeln überlegen, ob ein Alu-Upgrade Sinn macht oder nicht.

    Umrüstung auf brushless

    Ich bin zwar mit der Leistung der brushed Komponenten grundsätzlich zufrieden, aber nach zwei Jahren war es einfach Zeit für mehr. Insbesondere als ich beim letzten Urlaub am Sandstrand gefahren bin, wünschte ich mir einfach etwas mehr Power.

    Die erste und naheliegende Idee für ein Upgrade war auf die Traxxas Velineon-Komponenten zu wechseln, aber der Preis war für mich viel zu hoch (170 EUR aufwärts). In meinem MT4 G3 hatte ich mit den Hobbywing-Komponenten gute Erfahrungen gemacht und man liest auch sonst viel Gutes darüber (nicht zu verwechseln mit Hobbyking :-)). Deswegen habe ich mich für die Kombo aus QUICRUN-WP-10BL60 und QUICRUN 3656SL 3800kv entschieden. Für ca. 100 EUR inkl. Steuern (Paket aus Hongkong) gab’s noch eine Programmierkarte im Bundle dazu.

    Der Austausch ist sehr einfach. Der Original-Regler ist mit Klebeband verklebt und kann vorsichtig „abgehebelt“ werden (z.B. mit einem Schraubendreher). Bei Motor einfach zwei Schrauben lösen und aus der Befestigung nehmen. Nun noch das Ritzel entfernen. Dies saß sehr fest auf der Motorwelle, aber am Ende ging’s dann doch runter. Den neuen Motor habe ich kurz in den Motorhalter gehalten, um die korrekte Position für das Ritzel zu ermitteln. Das Ritzel bzw. die Madenschraube muss unbedingt mit Schraubensicherung gesichert werden. Ich benutze Loctite 243, es geht aber auch jeder andere mittelfeste Schraubenkleber. Hochfest sollte man eher nicht nehmen, weil man das nur mit großer Hitze wieder runterbekommt, was wiederum den Magneten im Motor schadet und ihn im schlimmsten Fall unbrauchbar macht.

    Ich wollte den neuen Regler zunächst am gleichen Platz befestigen an dem auch der XL-5-Regler war. Als ich die Karo aufgesetzt habe, ist mir aber aufgefallen, dass der Regler komplett unter der Ladefläche war und nur sehr wenig Luft dazwischen war. Da der neue Regler im Gegensatz zum alten einen Lüfter hat, hatte ich Angst vor Überhitzung, wenn der Lüfter dort nicht genügend Luft bekommt. Ich habe einige alternative Positionen ausprobiert und habe mich dann schließlich dazu entschieden, den Regler genau so weit nach vorne zu versetzen, dass ich die Kabel zum Motor nicht verlängern muss und sich gleichzeitig der Akku noch ohne Probleme rausnehmen lässt. Dazu habe ich zwei Alu-Winkel auf der originalen Regler-Platte verschraubt und dann den Regler auf den Winkeln vorn befestigt. Dazu habe ich extra starkes Klettband benutzt, damit ich die Komponenten zu Wartungszwecken jederzeit entfernen kann.

    S021 Klett Medium

    Hinten sind in den Winkeln zwei „Wartungslöcher“ damit ich die Regler-Platte noch am Chassis verschrauben kann. Nun sitzt der Regler unter der Fahrerkabine und sollte genügend Luft bekommen.

    S022 brushless Medium

    S023 brushless Medium

    Nun ja, was soll ich sagen, jetzt hat das Auto Leistung im Überfluss :-) Ich fahre die Kombo mit 2s (bei 3s würde das Motor-Limit des Reglers von 3000KV überschritten). Damit sind jederzeit auch aus der Fahrt heraus Wheelies möglich, aus dem Stand sowieso. Für Asphalt (Skaterpark) und Schotter ist das jetzt eine absolute Spaßmaschine. Für grobes Gelände ist es schon fast zu viel Leistung, weil man wegen der „Wheelie-Freudigkeit“ Probleme hat die Leistung auf den Boden zu bringen. Das liegt sicherlich auch an der Karosserie, die durch die Verstärkung mit Alublechen hecklastig geworden ist. Die brushless-Kombo selbst ist mit 325 g (235+90) kaum schwerer als die Original-Komponenten (ca. 300 g). Ich habe schon überlegt, für Fahrten in groben Gelände vorn ein optionales Zusatzgewicht anzubringen, das die Vorderräder auf dem Boden hält, aber ich warte erst mal den Effekt der anderen, noch in Planung befindlichen Maßnahmen ab (Dämpfer, Protrac, Karo) und schaue dann was ich ggf. noch machen muss.

    Fazit

    Der Stampede XL-5 2WD ist ein echtes Spaßmobil für einen angemessen, vielleicht sogar günstigen Preis. Wheelies klappen schon mit den Basis-Komponenten an NimH und auch für Sprünge ist der Truck mit seinen guten Flugeigenschaften und dem vergleichsweise geringen Gewicht sehr gut geeignet. Aufgrund des einfachen Aufbaus und der guten Haltbarkeit der Komponenten kann man sehr viel fahren und muss nur sehr wenig schrauben. Mit ein paar gezielten Upgrades kann man aus dem Stampede einen fast unzerstörbaren Monstertruck machen.

    Für den Einstieg stellt der Stampede meines Erachtens das ideale Fahrzeug dar. Aber auch der erfahrene Nutzer kann mit dem Stampede noch seine Freude haben, insbesondere wenn man eine brushless-Kombo nachrüstet. Wer mit einem Kauf liebäugelt sollte die Umrüstung auf brushless ggf. direkt von Anfang an machen. So kann man die XL-5-Komponenten als neu verkaufen und den Upgrade-Preis deutlich reduzieren. Im Falle der von mir verbauten Hobbywing-Kombo wären das netto dann noch ca. 50 - 60 EUR, das ist es aus meiner Sicht allemal Wert. Oder man baut eine Castle Creation-Kombo ein; ist etwas teurer aber wohl auch noch deutlich besser.

    In einigen Situationen habe ich den Allradantrieb vermisst. Den kann man natürlich nicht so einfach nachrüsten :-) Das „Problem“ habe ich gelöst, indem ich mir noch ein anderes Fahrzeug mit Allradantrieb zugelegt habe, aber das ist eine andere Geschichte (siehe dazu mein Bericht Thundertiger MT4 G3 - Modifikationen und Erfahrungen)...

    Zum Abschluss noch ein paar Bilder :-)

    S024 gesamt Medium

    S025 gesamt Medium

    S026 gesamt Medium

    S027 gesamt Medium

    S028 gesamt Medium

    So, das war’s erst mal für heute. Wie bereits angedeutet sind noch einige Dinge „in der Mache“, so dass es demnächst weitere Informationen und Bilder geben wird.
    Geändert von Rockracer (05.01.2016 um 14:46 Uhr)
    Thunder Tiger MT4 G3, Traxxas Stampede XL-5, Gmade R1, Reely Rock Crawler CR200, Basher Rocksta

  3. #3
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    AW: Stampede XL-5 2WD - Erfahrungen, Upgrades und Modifikationen

    Hallo zusammen,

    ich hatte im vorigen Bericht ja schon angekündigt, dass ich noch einige Änderungen am Pede in Arbeit hatte. Nachdem ich an einer Stelle angefangen habe, hat eins das andere gegeben, so dass ich letztlich mitten in einer Generalüberholung bin
    Ich werde hier laufend über den Fortschritt berichten.

    Schrauben (Innensechskant vs. Kreuzschlitz)

    Ich hatte die meisten Original-Schrauben schon gegen Edelstahl-Schrauben ausgetauscht. Ein Grund dafür war die Rost-Vermeidung. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist aber auch, dass die neuen Schrauben Innensechskant haben und ich somit an vielen Stellen die (elenden) Kreuzschlitzschrauben losgeworden bin. Die Spezialschrauben (Querlenker, Querlenkerstangen, obere Dämpferaufnahmen) waren in dem Edelstahlpaket jedoch leider nicht enthalten.

    Ich habe jetzt durch Zufall entdeckt, dass beim Stampede VXL schon von Werk aus nur Innensechskant-Schrauben verbaut sind, dies gilt also auch für die entsprechenden Spezialschrauben, die ich mir jetzt bestellt habe (TRX-3640, TRX-3642X). Ist zwar kein Edelstahl, aber ich bin froh, dass mein Pede nun wenigstens keine Kreuzschlitzschrauben mehr hat.

    Beim VXL werden vorn übrigens Stifte statt Schrauben für die Querlenker verwendet, so dass im Pack nur einmal lange Schrauben für hinten enthalten sind. Ich habe das Pack zweimal bestellt und die hinteren Schrauben leicht gekürzt für vorn verwendet, weil ich keine Lust hatte, vorn auf die Stifte umzusteigen. Das hätte natürlich das Problem der sich lösenden Schrauben beseitigt, aber diesbezüglich arbeite ich derzeit an alternativen Lösungen.

    Reifen von Felge lösen

    Nach ca. 2 Jahren haben sich an wenigen Stellen die Reifen von der Felge gelöst. Ich wollte nicht nur diese Stellen flicken, sondern die Reifen generell neu verkleben, auch weil ich die Felgen und Einlagen noch bearbeiten bzw. prüfen wollte. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Reifen runter zu bekommen:

    a) Cutter
    Es gibt Kollegen, die die Reifen mit einem Cutter vorsichtig von der Felge lösen. Ich persönlich mache das nicht, weil mir das Risiko zu groß ist, den Reifen zu beschädigen. Hängt sicherlich auch ein bißchen von der Felge ab; bei dem speziellen Traxxas-Felgenbett kann ich mir nicht vorstellen, wie das mit einem Cutter gehen soll.

    b) Kochen
    Man legt den kompletten Reifen in einen Topf mit klarem Wasser und bringt das Wasser zum Kochen. Wie lange man kochen muss, hängt von der Güte der Verklebung ab. Teilweise löst sich der Reifen bereits nach 5 - 10 Minuten, manchmal dauert es auch 20 Minuten oder länger. Man sollte auf jeden Fall nicht zu früh versuchen, den Reifen mit Gewalt von der Felge abzuziehen, da der Reifen sonst Schaden nehmen kann; lieber etwas länger warten :-) Ansonsten werden die Reifen und Einlagen durch das Kochen nicht beschädigt. Felgen (aus Nylon) grundsätzlich auch nicht, allerdings kann bei verchromten Felgen das Chrom anlaufen. Wenn man es ohnehin im Nachgang entfernen möchte (siehe nachfolgender Punkt), ist das natürlich egal.
    Am besten den Reifen direkt nach dem rausnehmen aus dem kochenden Wasser ablösen (Handschuhe empfohlen ). Auf den Reifen verbleiben Rückstände des Klebers. Diese löst man am besten ab, indem man den Reifen in Aceton legt. Einfach ein bißchen warten (je nach Kleber ein paar Stunden), danach ist der Kleber komplett aufgelöst. Aceton gibt es z.B. im Baumarkt in 1 l Dosen für ca. 6 EUR.

    c) Backen
    Man legt die kompletten Reifen in den Backofen und backt die Reifen runter. Mit dieser Methode habe ich keine Erfahrung, da ich den Backofen für so was nicht nutzen möchte bzw. darf

    d) Aceton
    Man kann natürlich auch versuchen, den Reifen direkt mit Aceton von der Felge. Ich habe das noch nicht probiert, man muss aber damit rechnen, dass sich eine ggf. vorhandene Chromschicht ebenfalls löst; wenn man das sowieso möchte, ist das natürlich kein Problem. Die einzige Unbekannte sind die Felgeneinlagen, ich weiß nicht, ob die Aceton vertragen, aber das kann man ja vorher mal ausprobieren.

    Felgen „entchromen“

    Als ich mir die Traxxas All Star 2.8 in chrom schwarz (vorn TRX-5576A, hinten TRX-3772A) zugelegt habe, fand ich die Felgen optisch recht gelungen. Mittlerweile habe ich mich ein wenig satt daran gesehen und sie passen auch nicht so gut zum Farbkonzept meiner derzeit in Arbeit befindlichen Karo. Außerdem blättert die Chrom-Beschichtung an manchen Stellen ab. Was man so liest ist, ist das wohl nach einer gewissen Nutzungsdauer unvermeidlich. Also habe ich mich entschlossen, die Chrom-Schicht zu entfernen. Ich habe es auf vier Arten versucht.

    a) Mechanisch (Dremel)
    Ich habe es mit einem Dremel mit Drahtbürste versucht. Prinzipiell geht das Chrom damit gut ab, aber man hat Probleme auch die Ecken sauber zu bekommen. Außerdem ist die Felge danach angegriffen und sieht nicht besonders schön aus. Ich habe auch noch ein paar andere Aufsätze probiert, aber entweder ging das Chrom nicht runter oder die Felge wurde angegriffen --> Methode kommt für mich nicht in Frage

    b) Chemisch (Cola)
    Ich hatte in einem Forum gelesen, dass man mit Cola Erfolge erzielen kann. Ich kann das nicht bestätigen, die Wirkung war gleich Null (ich habe das Marken-Produkt verwendet)
    --> Methode kommt für mich nicht in Frage

    c) Chemisch (Rohrreiniger)
    Ich habe Drano Rohrreiniger Gel in ein Gurkenglas gefüllt (ca. 1 cm hoch) und dann die Felge eingelegt und den Deckel verschlossen. Das Chrom wird sehr gut „abgefressen“, dauert ca. 1 – 2 Stunden oder auch länger. Danach kann man evtl. vorhandene Reste mit einer weichen Bürste entfernen und das Chrom ist weg. Allerdings bleibt eine Schicht zurück, die wie Klarlack aussieht. Diese Schicht wird vom Rohrreiniger nicht angegriffen. Allerdings werden die Felgen weich !!! Mir ist das zunächst gar nicht aufgefallen, ich habe mich dann aber gewundert, dass die Felge auf der Innenseite nicht mehr rund ist. Ich habe das mit einer nicht behandelten Felge verglichen und diese war viel stabiler und lies sich kaum zusammendrücken. Ich habe den Versuch noch mit einer weiteren Felge wiederholt, mit dem gleichen Ergebnis: die Felge wird weich --> Methode kommt für mich nicht in Frage

    d) Chemisch (Aceton)
    Aceton kann in Glas oder Polypropylen-Behälter gefüllt werden. Ich habe eine alte Dose aus PP verwendet und so viel Aceton eingefüllt, dass die Chromschicht bedeckt ist. Nach ca. 1 - 2 Stunden kräuselt sich an Stellen mit einer dünnen Schicht das Chrom, an Stellen mit einer stärkeren Schicht sieht man erst mal gar nichts. Ich habe mit einer Zahnbürste geschrubbt, das hatte ich in einem Video gesehen und dort funktionierte es sehr gut. Hier bracht das gar nichts. Ich habe dann eine härtere Kunststoffbürste verwendet (Nagelbürste) und mit der ging es ziemlich gut. Das Chrom löste sich gut ab. Hinsichtlich der „Klarlackschicht“ habe ich unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Bei einem älteren Satz Felgen hat das Aceton auch diese Schicht abgelöst (über Nacht), bei einem neuen Satz Felgen wurde die Schicht nicht abgelöst (auch nicht nach mehreren Tagen). Ich kann mir das nicht so ganz erklären. Vielleicht hat Traxxas (bzw. deren Zulieferer) bei der Beschichtung der Felgen etwas umgestellt.
    Dementsprechend ist das Ergebnis auch unterschiedlich: wird die „Klarlackschicht“ gelöst, erhält man eine schwarz matte Felge, ansonsten eine schwarz glänzende. Ich glaube, dass die leicht glänzenden Felgen ganz gut zu der in Arbeit befindlichen Karo passen werden, so dass ich mir keine weitere Mühe mehr geben werde, die „Klarlackschicht“ zu entfernen. Die Felge selbst wird übrigens nicht angegriffen. --> Methode klappt gut

    PS: Bilder gibt’s am Ende des nachfolgenden Punkts.

    Reifen auf Felge neu verkleben

    Nachdem Felge und Reifen wie zuvor beschrieben vorbereitet waren, ging es ans Verkleben. Das ist nicht besonders schwierig. Wichtig ist, dass der Reifen überall gleichmäßig tief im Felgenbett sitzt. Die Traxxas-Felgen haben ein besonderes Felgenbett, das ist eine Art „Rinne“, in die der Reifen reingeschoben werden muss. Man sollte auch darauf achten, die Einlagen weit genug vom Felgenrand nach innen zu drücken, damit sie beim Kleben nicht im Weg sind und/oder den Reifen wieder aus dem Bett drücken.
    Wenn die Räder soweit vorbereitet sind, dann einfach den Reifen an einer Stelle ein wenig seitlich weg drücken, damit man mit einer Kanüle den Sekundenkleber in das Bett träufeln kann. Diese Vorgang dann rundum wiederholen, bis der ganze Reifen verklebt ist. Der Kleber verteilt sich auch ein wenig von selbst im Felgenbett (Docht- bzw. Kapillarwirkung), so dass das Verkleben gerade beim Traxxas-Felgenbett eigentlich immer gelingt und lange hält. Das Endergebnis sieht auf jeden Fall so aus (vorher/nachher):

    S31 Felge chrom

    S32 Felge ohne Chrom

    PS: ich habe die Reifen ein wenig mit Reifenspray aufgearbeitet, die sind sonst nicht so sauber
    Geändert von Rockracer (15.03.2016 um 17:33 Uhr)
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  4. #4
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    AW: Stampede XL-5 2WD - Erfahrungen, Upgrades und Modifikationen

    Antriebswellen
    Im Rahmen der Generalüberholung habe ich mir auch die Antriebswellen etwas genauer angesehen. Ich hatte hier bisher keine Probleme wahrgenommen. Bei genauerer Betrachtung haben sich ein paar Abnutzungserscheinungen gezeigt. Zum einen sind die Schäfte der Teleskopwellen abgenutzt und lassen sich nicht mehr besonders leichtgängig ineinander schieben. Außerdem sind die Aufnahmen der Kreuzgelenke (universal joints oder kurz u-joint) ein wenig ausgeleiert.

    S35 Antriebswelle alt

    Angesichts des Upgrades auf die brushless-Kombo habe ich mich nach stärkeren Antriebswellen umgesehen. Hier gibt es eine ganze Reihe von Optionen von Traxxas oder auch von anderen Herstellern wie Tekno oder Pro-Line. Man liest sehr unterschiedliche Bewertungen zu den einzelnen Wellen. Für mich persönlich war es so, dass mich die Teile entweder nicht überzeugt haben oder für meinen Geschmack zu teuer waren (oder beides). Außerdem plane ich noch, das Pro-Line ProTrac Kit zu verbauen. Damit gehen auch ein bißchen längere Querlenker einher, so dass ich entsprechend längere bzw. flexible Wellen benötige.

    Ich habe mich deswegen zunächst für ein kostengünstiges Upgrade entschieden und zwar für die verstärkten Traxxas-Antriebswellen (heavy duty, kurz HD), die auch beim VXL zum Einsatz kommen (TRX-6850X). Wenn man diese Wellen nutzen will, dann muss man auch die Diffausgänge und die Radachsen gegen die entsprechend verstärkten Teile austauschen (TRX-6828X, TRX-6853X). Grund hierfür ist, dass die HD-Teile ein größeres Kreuzgelenk verwenden.

    Beim Zusammenbau der Wellen bin ich auf die Frage gestoßen, wie man eigentlich die Kreuzgelenke einsetzt. Ich habe bei Traxxas selbst eine Anleitung gefunden (https://traxxas.com/support/How-Install-u-joints), in der ein Traxxas-„Werkzeug“ benutzt wird, das mit dem Pede mitgeliefert wurde. Ich habe diese Zusatzwerkzeuge schon vor langer Zeit entsorgt und musste mir deshalb ein neues bauen :-)

    S37 uJoint Werkzeug

    Damit ging es ganz gut. Ich habe die Wellen (vorsichtig) in den Schraubstock eingespannt und dann die Kreuzgelenke mit dem „Spezialwerkzeug“ eingeschoben.

    Zum Vergleich mal alt gegen neu. Die Wellen unterscheiden sich vorrangig in der Größe der Kreuzgelenke, ansonsten sind kaum optische Unterschiede festzustellen. Ob es Material-Unterschiede gibt, kann ich nicht beurteilen.

    S36 Antriebswelle HD

    Auch zu den HD-Teilen gibt es Berichte von gebrochenen Wellen, aber ich bin bisher damit zufrieden und kann auch noch keine Abnutzungserscheinungen erkennen. Mal sehen wie sich die Teile auf Dauer schlagen. Mit rund 15 EUR für alle Teile zusammen ist dies jedenfalls ein recht kostengünstiges Upgrade.

    Kunststoff färben
    Wie bereits früher berichtet, gefallen mir die grauen Komponenten am Pede nicht besonders gut. Fast alle Teile werden von Traxxas auch in schwarz hergestellt und können einzeln bestellt werden (Chassis, Getriebegehäuse, Bulkhead, Querlenkerstangen). Die Dämpfergehäuse habe ich jedoch nicht gefunden. Man kann zwar die kompletten Ultra Dämpfer mit schwarzem Gehäuse bestellen, aber nicht Dämpfergehäuse einzeln.

    Durch Zufall bin ich in einem anderen Thread darauf gestoßen, dass man die Kunststoffteile auch färben kann. Dazu kann man normale Textilfarbe benutzen. Wichtig ist nur, dass die Farbe auch für Polyamid geeignet ist. Außerdem klappt das Färben nur, wenn die Farbe dunkler als das zu färbende Teil ist, d.h. man wird ein graues Teil nicht hellgelb färben können. Weiße Teile kann man natürlich in jeder beliebigen Farbe gestalten.

    Ich habe Simplicol 2611 schwarz benutzt und gemäß Anleitung in der Schüssel gefärbt, d.h. ein paar Liter Wasser auf 60 Grad erhitzen, in eine Schüssel geben, Färbemittel einrühren, Teile rein, 60 Minuten warten und hin und wieder mal umrühren.

    S38 F rbemittel

    Mit dem Ergebnis bin ich einigermaßen zufrieden. Auf dem Bild ist zum Vergleich ein nicht gefärbtes Getriebegehäuse zu sehen.

    S39 vorher nachher

    Das Bulkhead hat die Farbe nur sehr schlecht angenommen, ggf. hilft hier eine längere Einwirkzeit. Die anderen Teile haben die Farbe zwar deutlich besser aufgenommen, sind aber auch nicht tiefschwarz geworden, sondern eher blauschwarz. Im Vergleich mit original-schwarzen Teilen fällt das aus der Nähe schon auf. Dazu mal das folgende Bild mit dem Vergleich der beiden Chassis (oben ist original schwarze, unten liegt das gefärbte).

    S40 Chassivergleich

    Das Bild ist im Keller gemacht, bei Tageslicht ist der Unterschied noch deutlicher zu sehen. Für mich ist das Ergebnis aber ausreichend, mir ging es ja vorrangig um das Dämpfergehäuse und das ist mir in blauschwarz allemal lieber als in grau :-)
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  5. #5
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    Hallo zusammen,

    hier gehen ja so langsam die Lichter aus, so dass ich meinen Bericht an dieser Stelle beenden und an anderer Stelle fortführen werde. Wer also wissen möchte, wie es mit meinem Stampede weitergeht, der sollte sich hier mal umschauen. Ich bitte allerdings noch um ein wenig Geduld, es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis ich dort die jüngsten Veränderungen beschrieben habe.

    Als Appetitanreger vielleicht schon mal ein kleiner Ausschnitt des Endergebnisses ...

    S71 final

    Viele Grüße,
    Rockracer
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